Sozialversicherungen — das Schweizer Drei-Säulen-System für die Prüfung
Der Sozialversicherungs-Bereich (rund 40 Lektionen) prüft das Schweizer Drei-Säulen-System: AHV/IV/EO als 1. Säule, BVG als 2. Säule, Säule 3a/3b als private Vorsorge. Dazu kommen ALV, UVG, KVG, FamZG, EL und die Ergänzungsleistungen. Das wirkt viel — aber die Logik ist überall dieselbe.
Geprüft werden konkret die aktuellen 2026er Sätze, die Beitragspflicht (ab welchem Lohn? wer zahlt was?), die Leistungen (Rente, Taggeld, Invalidenrente, Witwen-/Witwerrente) und vor allem die paritätische Aufteilung Arbeitgeber/Arbeitnehmer — typischer Fehlerklassiker.
Auf kvfit übst du an realistischen Lohnabrechnungen: gegeben ein Bruttolohn, was muss ich abziehen, was muss der Arbeitgeber zusätzlich zahlen, wie buche ich das im Personalaufwand? Jede Aufgabe mit Sofortauswertung und Verweis auf den AHV-Beitragsschlüssel.
Das musst du können
- AHV/IV/EO 5.30 % (2.65 % AN + 2.65 % AG, paritätisch) — Lohnabzug und Buchung
- ALV 1.1 % bis CHF 148'200, paritätisch — Beitrag, Höchstlohn, Solidaritätsbeitrag
- BVG-Koordinationsabzug CHF 26'460 (2026), versicherter Lohn, Altersgutschriften 7–18 %
- UVG: BU obligatorisch (AG zahlt), NBU ab 8h/Woche (AN zahlt, ~1 % Lohn)
- KVG: Grundversicherung obligatorisch, individuelle Prämie kein Lohnabzug
- Säule 3a: Höchstbeitrag CHF 7'258 mit BVG, CHF 36'288 ohne BVG (2026)
- Leistungen: AHV-Maximalrente CHF 2'520, Minimum CHF 1'260 (2026)
- Erwerbsersatz-Ordnung (EO) bei Militär, Mutterschaft, Vaterschaft
Beispielaufgaben
8 Aufgaben aus dem ArchivDie Glacé-Mond GmbH kalkuliert für ein Quartal folgende Werte einer Handcreme-Produktion (in CHF): Einzelmaterial 360'000; Einzellöhne 240'000; Materialgemeinkosten 18 % des Einzelmaterials; Fertigungsgemeinkosten 140 % der Einzellöhne; Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 12 % der Herstellkosten. Bestandesänderung fertige Erzeugnisse: Anfangsbestand 80'000, Endbestand 110'000. Berechnen Sie a) Herstellkosten der Produktion, b) Herstellkosten der verkauften Erzeugnisse, c) Selbstkosten der verkauften Erzeugnisse.
Ein Arbeitnehmer verdient CHF 60'000/Jahr. Wie hoch ist der BVG-versicherte (koordinierte) Lohn? (Koordinationsabzug CHF 26'460)
Bei einer Wohnungsübergabe muss der Stromzählerstand abgelesen und im Protokoll vermerkt werden.
Bruttolohn CHF 4’200. AHV/IV/EO-Abzug (AN 5.3%)?
Der Vermieter darf die Mietkaution von maximal 3 Monatsmieten auf sein persönliches Bankkonto einzahlen und frei darüber verfügen.
Wer finanziert die Familienzulagen (FAK/FZ)?
- ADer Arbeitnehmer allein
- BGrundsätzlich der Arbeitgeber allein
- CHälftig Arbeitgeber und Arbeitnehmer
- DDer Bund
Beim Privatkonto einer Einzelunternehmung handelt es sich um ein Unterkonto des Eigenkapitals. Ein Habenüberschuss auf dem Privatkonto erhöht das Eigenkapital bei der Jahresabschlussverbuchung.
Welcher Mindestbeitrag ist 2026 von Nichterwerbstätigen in der AHV/IV/EO zu entrichten?
- ACHF 1'010 pro Jahr
- BCHF 425 pro Jahr
- CCHF 250 pro Jahr
- DCHF 530 pro Jahr
Häufig gefragt
Wer zahlt die AHV — und wie viel?
AHV/IV/EO insgesamt 10.6 %, davon AHV 8.7 %, IV 1.4 %, EO 0.5 %. Paritätisch geteilt: 5.30 % AN + 5.30 % AG. Bei Selbständigerwerbenden gilt der volle Satz 10.0 % (degressive Skala bei tiefem Einkommen). Sätze gültig ab 1.1.2024. Quelle: BSV.
Was ist der BVG-Koordinationsabzug 2026?
CHF 26'460 (Stand 2026). Der versicherte Lohn = AHV-Bruttolohn − Koordinationsabzug. BVG-Beiträge fallen nur auf diesen versicherten Lohn an. Mindest-Eintrittsschwelle ins BVG: CHF 22'680 Jahreslohn.
Wie hoch sind die Altersgutschriften im BVG?
Alter 25–34: 7 %, Alter 35–44: 10 %, Alter 45–54: 15 %, Alter 55–65: 18 % des versicherten Lohns. Jeweils paritätisch (mindestens) — Risiko + Verwaltungskosten kommen oben drauf. Diese Sätze sind das BVG-Minimum gemäss Art. 16 BVG.
Säule 3a — wie viel darf ich 2026 einzahlen?
Mit angeschlossener Pensionskasse (BVG): max. CHF 7'258. Ohne Pensionskasse (Selbständige): max. 20 % des Erwerbseinkommens, höchstens CHF 36'288. Einzahlung steuerlich abziehbar bis zum Höchstbetrag. Quelle: ESTV / BSV.
Häufigster Fehler in der SozVers-Prüfung?
AHV-Beiträge nicht-paritätisch teilen (z.B. 4 % AN + 1.3 % AG oder umgekehrt). Zweithäufigster Fehler: BVG-Beitrag auf den vollen AHV-Lohn rechnen statt nur auf den versicherten Lohn nach Koordinationsabzug.